Kochkünste I: Gleitmittel selber machen

Posted: Juli 31, 2010 in Kochkünste
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Bevor es in die Küche geht, gebe ich euch eine kurze Übersicht über die verschiedenen Typen von Gleitmitteln und ihre Einsatzgebiete.

Fettbasis

Gleitmittel, die aus Fetten hergestellt werden, haben eine sehr unangnehme Eigenschaft: sie fressen winzig kleine Löcher in Kondome (und auch in alles andere aus Latex), so dass diese bei wechselnden Sexpartner untauglich sind. Aber abgesehen davon haben diese Mittel die besten Eigenschaften (für den Analsex): ein Nachschmieren entfällt meistens, sie wirken hautpflegend und die Gleitwirkung ist auch besser als andere Varianten. Fettbasierte Gleitgels können zusammen mit Silikontoys verwendet werden. ACHTUNG! Im vaginalen Bereich kommt es leicht zu Infektionen. Daher ist das Mittel eher für Analverkehr oder Masturbation beim Mann geeignet.

Silikon-Basis

Sie können nicht so schnell von Wasser weggespült werden. Also wer schon immer mal Sex unter der Dusche haben wollte, und ein bisschen Gleitgel braucht, der wird damit zufrieden sein.Nachteil: Spielzeug aus Silikon kann durch dieses Gleitmittel angegriffen werden.

Wasserbasis

Gleitmittel auf Wasserbasis tun vorallem eines: sie ziehen schnell in die Haut ein. Hier muss man also sehr oft nachschmieren. Sie sind kondomverträglich, greifen also kein Latex an und haben keine negative Auswirkungen auf Silikontoys.

Das Rezept für ein wasserbasiertes Gleitmittel

Und nun zum eigentlichen Rezept: wir rühren jetzt unser eigenes wasserbasiertes Gleitmittel an. Der Vorteil: es ist relativ preiswert. Auch wenn man in manchen Onlineshops zunächst billigere findet, machen Versandkosten den guten Preis meist kaputt. Weiterhin weiß man, was drin ist, denn schließlich hat man’s ja selbst hergestellt. Das Mittel ist außerdem absolut hautverträglich und auch für Allergiker geeignet. Alle Zutaten finden sich am ehesten in Naturkosmetikläden, manchmal auch in Apotheken.

Benötigt werden:

30 g Glyzerin
0.5 g Fluidlecithin Super
1 Teelöffel Xanthan
1 Teelöffel Teebaumöl (optional, kann bei häufiger Anwendung und anfälligen Personen Hautprobleme verursachen)
ca 10 Tropfen Paraben K (optional)
einge Tropfen Fruchtsirup oder Aromen (optinal)

Grundsätzlich sollte man bei der Herstellung möglichst eine keimfreie Umgebung haben. Alle benötigten Küchengeräte sind vorher mit kochendem Wasser abzuspülen (nicht die Finger verbrühen!) um alles abzutöten, was da in mikroskopischer Welt herumwuselt. Nun nimmt man 70 ml Wasser und kocht es für einige Minuten auf. Dann abkühlen lasssen. In einem Gefäß vermengt man Glyzerin, Fluidlecithin Super, Xanthan und das Teebaumöl. Anschließend wird das Wasser hinzugegeben und alles verrüht bis alle Bestandteile vollständig gebunden sind. Paraben K kann dazu gegeben werden, wenn man das Mittel längere Zeit aufbewahren möchte; es ist ein Konservierungsstoff. Auch Einfrieren ist möglich. Schließlich dient die Zugabe von Fruchtsirup oder Aromen einem fruchtigen Geschmack.

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Kommentare
  1. Erebos sagt:

    Etwas ausfürhlichere Infos zur Auswahl des Gleitgels gibt es hier im 61minutensexblog

  2. umlaut sagt:

    Hier hätte ich es schön gefunden, wenn bei den einzelnen Zutaten auch noch dabeistünde, welchen Zweck sie jeweils erfüllen.

    Das in der Fertigfutterindustrie weit verbreitete Xanthan ist hier sicher als Verdickungsmittel gedacht und dürfte als solches auch gut funktionieren.

    Teebaumöl soll angeblich entzündungsartigen Hautrreizungen entgegenwirken, wobei hier vermutlich eher eine antibakterielle Wirkung gewünscht ist, die aber mit Vorsicht zu genießen ist, weil zu geringe Dosen bei Bakterien Antibiotikaresistenzen ausbilden können. Höhere Konzentrationen bergen hingegen das Risiko, bei Hautkontakt Entzündungen hervorzurufen. Diese Ingredienz ist also durchaus etwas heikel. Insofern wäre es sehr interessant zu wissen, warum gerade diese Substanz in ausgerechnet der angegebenen Menge verwendet werden soll.

    Glycerin bindet Wasser. Diese Eigenschaft macht sich dieses Rezept zunutze, um all zu schnelles Austrocknen, wie es bei Gleitmitteln auf Wasserbasis leider der Fall ist, zu vermindern.

    Damit sich das lipophile Teebaumöl dauerhaft und innig mit dem wässrigen Teil der Mischung verbindet, dient Fluidlecitin Super (wahrscheinlich eine Handelsmarke) sicher als Emulgator.

    Damit das Gleitmittel länger haltbar bleibt soll Paraben K es gegen Schimmelbefall schützen.

    Das habe ich mir jetzt mal alles ohne jeden wissenschaftlichen Anspruch so zusammengereimt. Besser wüsste es mit Sicherheit derjenige, der das Rezept so entwickelt hat.

    Falls die Möglichkeit besteht, wäre es bestimmt interssant, den Urheber des Rezepts mal zu fragen, wie er auf diese Mixtur gekommen ist.

    Womöglich hat diese Rezeptur sich längst bestens bewährt und ich möchte sie auch nicht madig machen. Ich würde sie nur gerne verstehen, wenn ich schon die Gelegenheit habe, das Mittel selbst herzustellen.

    • Erebos sagt:

      Also der Urheber ist nicht bekannt. Es gibt zig verschiedene Quellen für dieses Rezept (und auch geringe Abwandlungen des Rezepts)

      Ansonsten ist dein Verständnis der Wirkungen korrekt.

      Zum Thema Teebaumöl: Ja, es kann Hautirritationen bei Allergikern hervorrufen. (ich mach dann mal eine Ergänzung im Artikel dazu.) Die These, dass zu geringe Dosen bei Bakterien eine Antibiotikaresistenz hervorrufen, könnte stimmen, aber bislang hat scheinbar nur ein Labor solche Untersuchungen angestellt. Verwendet man eine Dosierung von > 4%, stellt dies kein Problem mehr dar, denn ab dieser Konzentration soll laut den Forschungsergebnissen das Teebaumöl wiederrum hochgradig wirkungsvoll sein. (ich werde dann mal die Mengenangabe im Artikel anpassen.)

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