Wer noch relativ wenig oder gar nichts im Feld Bondage ausprobiert hat, der wird sich sicherlich beim Anblick mancher Bilder von kunstvollsten Fesselungen fragen: Wie machen denn die das eigentlich? Wenn wir von den komplexeren Sachen wie Hängefesselungen (Suspensions) absehen, lassen sich die meisten Verschnürungen relativ schnell auch von einem Anfänger lernen. Es reicht aus eine handvoll Knoten knüpfen zu können und zu wissen wie man das Seil wo herumschlingen muss. Mit ein wenig Übung und Kreativität kann man dann schnell auch individuelle Varianten der Fesselungen entwickeln. Gerade Bondage im westlichen Stil ist anfängerfreundlicher als die traditionellen japanischen Fesselungen. Bei uns hat sich dafür der Begriff Shibari eingebürgert, in Japan selbst spricht man eher von Kinbaku, während sich der Wortgebrauch von Shibari eher auf das industrielle Weben beschränkt ist. Zum Thema japanischer Fesselungen werde ich in naher Zukunft wieder was schreiben. Heute geht es zunächst um die Basics des westlichen Bondage.
Knoten
Viele von euch werden die Wikipedia kennen, aber ich schätze mal nicht viele kennen das Schwesterprojekt Wikibooks. Hier findet ihr von Benutzern erstellte elektronische “Bücher”. Mittlerweile gibt es da einige interessante Werke, die aber meist noch nicht fertiggestellt sind. Nicht so das ausgezeichnete Buch Knotenkunde – Knotenfibel für Outdoor-Aktivitäten. Hier werden zunächst grundlegende Begriffe geklärt und anschließend folgen bebilderte Anleitungen zum Knüpfen der Knoten. Zwar läuft das Ganze unter dem Thema Klettern, aber die meisten Knoten sind auch für uns nützlich. Für den Bondage-Bereich relevant sind insbesondere der Achterknoten, der einfache, aber besser der doppelte Bulin (auch Palstek genannt), der Kreuzknoten und Schotstek zum Verbinden von Seilenden, und am häufigsten werden wohl der Kreuzschlag und Ankerstich gebraucht. Recht hübsch anzusehen, aber letzlich ein reiner Zierknoten ist der Diamantknoten. Einfach ein paar mal am Tag üben, dann kann man die Knoten bald im Schlaf.
Grundlegendste Fesselungen
Ein paar schöne Videos gibt es beim Twisted Monk, zwar in englisch, aber meist reicht die bildliche Darstellung zum Verstehen aus. Anschauen, ausprobieren, am besten mit Partner. Und immer Acht geben: zieht man ein Seilende irgendwo durch, kann das letzte Stück sehr stark beschleunigt werden und schnell jemandem schmerzhaft ins Gesicht treffen.
Sicherheit
Zum Thema liest man am besten den Gefahrenabschnitt im BDSM-Howto durch. Grundsätzlich gilt: immer Befreiungswerkzeug (Verbandsschere mit abgerundeten Ecken) dabei haben, mit gesunden Menschenverstand an die Sache herangehen und auf den Sub achten: Verfärbt sich (gerade bei gefesselten Händen/Füßen) die Haut bläulich oder äußert Subbie ein Taubheitsgefühl, dann lieber die Fesseln lockern oder ganz lösen. Ist der Bottom nackt, dann nicht vergessen das Zimmer genügend zu heizen. Und man sollte nie eine gefesselte Person alleine lassen.
(Bildnachweis : (1) Wikipedia, von Jbc01, Link, (2) Wikipedia, von Oliver Merkel, Link)



hmm, muss mal eben etwas anmerken, das japanische Bondage ist ebenso anfängerfeundlich wie das westliche.
Zum Thema Unterschied zwischen Shibari und Kinbaku gibt es viele Ansichten, jedoch ist der eine Faktor, das es sich hierbei um zwei Worte handelt, die das gleiche beschreiben nur ist das eine Wort veralte oder traditioneller.
Auch viel vertreten ist die Ansicht, das Shibari die Vorstufe des Kinbakus ist.